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KUNSTHANDWERK.

Das Kunsthandwerk hat auf den Kanaren eine lange Tradition. Ob beim Korbflechten, beim Zigarrendrehen oder beim Messerschmieden, die meisten Handwerker arbeiten heute genau nach dem selben Prinzip wie ihre Vorfahren.
In den meist kleinen Werkstätten der "artesanos" findet man oft herrliche alte Maschinen und nicht selten ist die ganze Familie in das Handwerksgeschäft involviert. "Echtes" kanarisches Kunsthandwerk findet man in den Läden der FEDAC, des "Vereins zur Förderung der traditionellen kanarischen Handwerkskunst" und in einigen guten Souvenirläden. Die FEDAC-Läden befinden sich im Gebäude der Touristeninformation am Einkaufszentrum Yumbo, in Playa del Inglés, sowie in Las Palmas in einer Seitengasse der Einkaufsstrasse Triana. Einige Souvenirläden, z.B. im EKZ Faro 2 in Maspalomas oder im EKZ Atlantico in Vecindario, bieten ebenfalls echtes kanarisches Kunsthandwerk an. Etwas vorsichtig sollte man auf den Märkten und den grossen Souvenirläden im Touristengebiet oder auch auf den Haupt-Ausflugsrouten im Inneren der Insel sein, die dort angebotene Ware hat meist nichts mit Kunsthandwerk zu tun und ist fast immer "made in Taiwan oder China".

Ein typisches Beispiel für kanarisches Kunsthandwerk sind die "kanarischen Messer". Ein solches Messer war früher ein fundamentaler Bestandteil der Ausrüstung des grankanarischen Landarbeiters, es war und ist ein Werkzeug, auf das sein Besitzer stolz ist, das über Generationen in der Familie bleibt und jeweils an die Söhne vererbt wird. Bei der Feldarbeit ist das Messer ein vielseitiges Werkzeug, das zum Schneiden von Gras und Kräutern, beim Veredeln von Bäumen und für zahlreiche Arbeiten in den Bananenplantagen benutzt wird. Die Hirten benutzen es, um Futter für ihre Tiere zu schneiden und natürlich diente das Messer in vielen Fällen auch als Verteidigungswerkzeug. Heutzutage werden diese Messer eher als dekoratives Element denn als Werkzeug verkauft.
Das besondere an den Messers sind die Griffe, die mit aufwendigsten Einlegearbeiten aus Ziegenhorn und verschiedenen Metallen hergestellt wird.

Ebenfalls sehr interessant sind die kanarischen Keramikarbeiten, die heute noch wie vor einigen hundert Jahren mit der Hand und ohne Töpferscheibe hergestellt werden. Was die Formgebung und die Dekoration betrifft, erreichte die Keramik der Ureinwohner der Insel Gran Canaria unter allen Inseln des Archipels den höchsten Grad an Perfektion, eine Tatsache, die auf ein höheres kulturelles Niveau hinweist. Verschiedene Farben als dekoratives Element wurden nur auf der Insel Gran Canaria verwendet. Die Verwendungszwecke und Formen der Produkte sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Es wurden Vasen, Teller, Töpfe, Amphoren, Schüsseln, etc. hergestellt. Im Zusammenhang mit der prähispanischen Töpferei schrieb der französische Anthropologe Verneau: "...gut gebrannt, regelmäßig, symmetrisch, sehr oft elegant, auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sie mit einer Töpferscheibe hergestellt wurden..."
Die Kunstfertigkeit und das Geschick der Töpfer bei der Herstellung und der Verzierung der Gegenstände ist unvergleichlich. Hauptsächlich werden Vasen, Töpfe, Teller und Ziergegenstände hergestellt. - Genau so wie die Ureinwohner der Inseln, die die rotierende Töpferscheibe nicht kannten, werden die Gegenstände aus Tonstreifen, die übereinandergesetzt und geformt werden, hergestellt. Danach werden sie gebrannt. Anschließend wird keine Glasur aufgetragen und die natürliche rote Farbe des Tons bleibt erhalten. Man sollte hier eher von Töpferei und nicht von Keramikherstellung sprechen.

Und auch die Zigarrenraucher kommen hier auf ihren Genuss: die handgedrehten "puros" zählen ebenfalls zum Kunsthandwerk, oft sind die Zigarrendreher, die sogenannten "pureros" auf den Märkten oder auf Veranstaltungen zu finden.

 

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